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LA PORTE

Ouvrez-nour donc cette porte et nous verrons les vergers,

Nous boirons leur eau froide où al lune a mis sa trace.

La longue route brule ennemie aux étrangers.

Nous errons sans savoir et ne trouvons nulle place.

 

Nous voulons voir des fleurs. Ici la soif est sur nous.

Attendant et souffrant, nous voici devant la porte.

S´il le faut nous romrons cette porte avec nos coups.

Nous pressons et poussons, mais la barrière est trop forte.

 

Il faut languir, attendre et regarder vainement.

Nous regardons la porte; elle est close, inébranlable.

Nous y fixons nos yeux; nous pleurons sous le tourment;

Nous la voyons toujours, le poids du temps nous accable.

 

La porte est devant nous; que nous sert-il de vouloir?

Il vaut mieux s´en aller abandonnant l´espérance.

Nous n´entrerons jamais. Nous sommes las de la voir.

La porte en s´ouvrant laissa passer tant de silence.

 

Que ni les vergers ne sont parus ni nulle fleur;

Seul l´espace immense où sont le vide et la lmière

Fut soudain présent de part en part, combla le coeur,

Et lava les yeux presque aveugles sous la poussière.

 

Simone Weil

Herbst 1941

 

 

DIE PFORTE

 

Öffnet uns doch die Pforte, und wir werden die Gärten sehen,

wir werden das kühle Wasser trinken, wo der Mond seine Spur

hinterließ. Die lange Straße brennt, sie ist den Fremden feind.

Wir irren und wissen nicht wo und finden keine Stelle.

 

Wir wollen Blumen sehen. Hier  ist der Durst über uns. War-

tend und leidend, sind wir hier vor der Pforte. Wenn es sein

muss, werden wir diese Pforte mit unseren Schlägen zertrüm-

mern. Wir drücken und stoßen, aber die Schranke ist zu stark.

 

Man muss schmachten, warten und vergeblich schauen. Wir

schauen die Pforte; sie ist verschlossen, nicht zu erschüttern.

Wir heften unsere Augen darauf; wir weinen unter Qualen;

wir sehen sie immerzu; die Last der Zeit drückt uns nieder.

 

Die Pforte ist vor uns; was nutzt es uns, zu wollen? Besser, wir

gehen davon, lassen die Hoffnung fahren. Wir werden niemals

eintreten. Wir sind des Schauens müde ... Auf tat sich die

Pforte und ließ soviel Schweigen hindurch,

 

Dass keine Gärten erschienen und keine Blume; nur unermess-

lich der Raum, in dem die Leere und das Licht sind, war plötz-

lich anwesend allenthalben, erfüllte das Herz, und wusch die

Augen, die erblindeten fast unter dem Staub.

 

Aus: Simone Weil "Zeugnis für das Gute", aus dem Französischen übersetzt und herausgegeben von Friedhelm Kemp; Klassiker der Meditation bei Benziger

 

LOVE

 

Love bade me welcome; yet my soul drew back,

Guiltie of dust and sin.

But quick-ey´d Love, observing me grow slack

From my first entrance in,

Drew nearer to me, sweetly questioning,

If I lack´d any thing.

 

A guest, I answer´d, worthy to be here.

Love said, You shall be he.

I, the undkinde, ungrateful? Ah, my deare,

I cannot look on thee.

Love took my hand, and smiling did reply:

Who made the eyes but I?

 

Truth, Lord: but I have marr´d them; let my shame

Go where it doth deserve.

And know you not, says Love, who bore the blame?

My deare, then I will serve.

You must sit down, says Love, and taste my meat.

So I did sit and eat.

                                                                George Herbert

 

LIEBE

 

Liebe bot mir Willkomm; doch meine Seele schrak zurück,

In Schuld des Staubes, Schuld der Sünde.

Sie aber, Liebe, flinken Auges merksam, wie ich träg

Den Fuß kaum von der Schwelle setzte,

Drang näher an mich, zärtlich fragnd,

Ob etwas mir zu mangeln schien.

 

Ein Gast, gab ich zur Antwort, würdig dieses Orts.

Und Liebe sprach: Du sollst es sein.

Ich, der des Undanks, der Ungüte voll? ach, lieber Freund,

Der nicht dich anzuschauen vermag.

Liebe ergriff mich bei der Hand und sagte lächelnd:

Wer schuf die Augen, wenn nicht ich?

 

Zu wahr, Her, aber ich verdarb sie nur; lass meine Schande

Dort hingehn, wo sie es verdient.

Und weisst du nicht, spricht Liebe, wer den Tadel auf sich nahm?

Dann will ich, lieber Freund, dir dienen.

Du musst, spricht Liebe, niedersitzen und mein Mahl genießen.

So setzte ich mich denn und aß.

 

 

 



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